Hand in Hand gegen Atomkraft - Kooperierende Initiativen mobilisieren über 200 Menschen auf den Friedrich-Ebert-Platz
(Radio58 / HL.) Friedlich, kommunikativ und dennoch energisch, so ist die zweite Anti-Atom-Mahnwache an diesem Montag (21. März) grob zu umschreiben, zu der sich diesmal über 200 Menschen auf dem Hagener Friedrich-Ebert-Platz versammelten.

Mehr als die doppelte Zahl an Menschen hatten die Initiatoren diesmal mobilisieren können; in der Vorwoche waren es noch 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Dabei hatte sich auch die Zahl der Initiativen erhöht, die in Hagen und der Region für ein Abschalten der Atomkraftwerke plädierten
Ein Erfolg für die Frau, die in der vergangenen Woche hier in Hagen in Sachen Mahnwachen alles ins Rollen brachte, Miriam Kleemann-Adolph.
Miriam Kleemann-Adolph bei Ihrer Begrüßung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Montag hier hören.
Die mittlerweile traditionelle "Montags-Demo", die sonst auf der Elberfelder Straße "tagt" hatte sich diesmal auf den Ebert-Platz verlagert, aber auch Frauenbewegungen und der DGB beteiligten sich an diesem Montag an der Mahnwache.
DGB-Kreisvorsitzender Jochen Marquardt mit seinem Aufruf am Montag hier hören.
Miriam Kleemann-Adolph und der DGB-Kreisvorsitzende Jochen Marquardt riefen bei dieser Gelegenheit zu der geplanten Großdemo am kommenden Samstag in Köln auf. Die Menschen sollen sich in Gruppen am Hagener Bahnhof treffen und öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Zudem soll es aber auch am kommenden Montag hier in Hagen mit entsprechenden Mahnwachen weitergehen.
Miriam Kleemann-Adolph im Radio58-Gespräch hier hören.
Viele Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit am Montag, ihren Anliegen Luft zu machen und erhielten entsprechenden Beifall der Menge. Bei Einbruch der Dunkelheit stellten viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Friedrich-Ebert-Platz Kerzen auf - ein Zeichen der Solidarität mit den derzeit unter großem Leid lebenden Menschen in Japan.
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12.03.2011
Noch 200 Stunden für den "Herrn Ortwein von der Feuerwehr"
(Radio58 / HL.) Kaum ein Kind, das in einen Hagener Kindergarten oder eine Hagener Schule geht, kennt ihn nicht. Hauptbrandmeister Walter Ortwein, Brandschutzerzieher bei der Berufsfeuerwehr Hagen oder vielfach aus Kindermund zu hören: "Der Herr Ortwein von der Feuerwehr".
Verabschiedete am Samstag Hauptbrandmeister Walter Ortwein (rechts) aus dem Arbeitskreis Brandschutzerziehung des Märkischen Kreises in den Ruhestand: Koordinator Michael Bals (links).
In seinem speziellen Arbeitsgebiet hat er die richtige Art und Sprache gefunden, um auch die Jüngsten unter uns zu erreichen. Für viele Kids verkörpert er, stellvertretend für die vielen Feuerwehrleute in Hagen, DEN Feuerwehrmann. Für viele ist er der Held, auch wenn er in seinen Ausbildungen immer betont, dass Feuerwehrleute keine Helden sind und das auch nicht sein dürfen, dass auch ihnen (wie jedem anderen Menschen) die gleichen Gefahren bei einem Brand drohen. Eines ist er aber ganz sicher und das nicht nur für die Kleinen: Er ist Vorbild. Er erklärt Menschen in jedem Lebensalter, wie sich sich vor Bränden schützen können und wie sie sich behalten sollten, wenn es zu einem Brand gekommen ist.
Wie für viele Feuerwehrleute lebt er seinen Beruf mit großer Leidenschaft. In seinem Arbeitsbereich als Brandschutzerzieher ist er aber durch seine Erfahrung und stetige Weiterentwicklung von Konzepten, Arbeitstechniken und Themen sogar zum Vorbild anderer Brandschutzerzieherinnen und Brandschutzerzieher geworden. Der Meinung waren am vergangenen Samstag auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Arbeitskreissitzung Branschutzerziehung, die im Feuerwehrgerätehaus Hagen-Haspe tagten. (Lesen Sie dazu auch hier.)
Koordinator Michael Bals in seiner Verabschiedungsrede für Walter Ortwein
Auch Hagens Leitender Branddirektor Horst Wisotzki unterstrich die wertvolle und unermüdliche Arbeit von Walter Ortwein am Samstag. Ortweins Name werde in Hagen mit dem Ausbau der Brandschutzerziehung durch die Feuerwehr verbunden sein. Oft habe sich Ortwein so engagiert, dass man sich gefragt habe, ob er neben seinem Beruf bei der Berufsfeuerwehr Hagen auch noch ein Privatleben habe, so Wisotzki.
Hagens Leitender Branddirektor Horst Wisotzki dazu im Radio58-Gespräch.
Wenn es auf das Ende der Berufslaufbahn zu geht rechnet man kaum noch in Jahren. Eher in Monaten und Tagen. Walter Ortwein rechnet mittlerweile in Stunden. Noch ca. 200 Stunden habe er noch bei der Berufsfeuerwehr Hagen zu leisten, dann geht es in den verdienten Ruhestand. Ab 1. Juni 2011 übernimmt dann Hauptbrandmeister Benno Herbst das Arbeitsgebiet von Walter Ortwein. Herbst, selbst ein erfahrener Feuerwehrmann mit entsprechend viel Erfahrung im Feuerwehr- und Rettungsdienst stand Ortwein seit vielen Jahren unterstützend zur Verfügung und wurde von ihn schon intensiv eingearbeitet.
200 Stunden Dienst hat er also noch, "der Herr Ortwein von der Feuerwehr". Aber ein Fiebern auf das Ende seiner Dienstzeit ist absolut nicht zu verzeichnen. Zwar habe er auch nach seiner Pensionierung keine Langeweile aber er frage sich schon jetzt, ob ihm sein Beruf, die Kollegen und die Feuerwehr als solches dann nicht doch fehlen würde.
Wenn jemand soviel geleistet hat und durch seinen Beruf stadtbekannt geworden ist, dann gibt es viele Menschen, die ihn gebührend verabschieden wollen. So war es an diesem Samstag die erste von vielen weiteren Veranstaltungen, in denen Walter Ortwein bis Ende Mai verabschiedet wird. Jede Veranstaltung wird für Ortwein ein Termin sein, dem er mit einem lachenden aber auch einem weinenden Auge entgegen sieht.
Noch einmal Michael Bals zum Abschied von Walter Ortwein (hier hören).
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12.03.2011
Brandschutzerzieher/innen aus der Region treffen sich in Hagen-Haspe
(Radio58 / HL.) Sie sind Feuerwehrleute die sich mit dem befassen, was einen Feuerwehreinsatz erst garnicht nötig macht. Sollte es aber durch einen Brand oder Unglücksgeschehen doch notwendig werden, sind sie auch diejenigen, die zuvor über das richtige Verhalten aufklären.
Die Rede ist von den Brandschutzerzieherinnen und -erziehern, die mittlerweile im ganzen Land tätig sind. Sie klären über Brandgefahren und über das richtige Verhalten bei Bränden und anderen Notfällen in Kindergärten auf. Sie haben mittlerweile im Unterricht der Grundschulen und weiterbildenden Schulen ihren festen Platz im Unterrichtsplan, klären in Institutionen und in der Öffentlichkeit Menschen jeden Alters und jeder Nationalität darüber auf, was zu tun ist wenn es zum Schlimmsten kommt.
In der langen Entwicklung der Feuerwehrtechnik und -tradition ist das Tätigkeitsfeld der Brandschutzerzieher noch relativ jung. Deshalb ist hier Zusammenarbeit gefragt. Der Austausch und die Weiterentwicklung von Konzepten ist unabdingbar. Aus diesem Grund gründete sich bereits 1995 im Bereich des Märkischen Kreises ein entsprechender Arbeitskreis, dem sich später viele Brandschutzerzieherinnen und -Erzieher aus anderen Kreisen und Städten angeschlossen haben.
Am vergangenen Samstag (12. März 2011) traf sich der Arbeitskreis im sogenannten "HaTüWe", dem modernen Feuerwehrgerätehaus in Hagen-Haspe zu einer Arbeitskreissitzung. Interessanter und interessierter Besuch also in Hagen aus der gesamten Region wie z. B. aus dem Märkischen Kreis, Wuppertal und dem Kreis Olpe.
Koordinator dieses Arbeitskreises ist Michael Bals von der Feuerwehr in Menden. Bereits 1989 begann der engagierte Feuerwehrmann aus Leidenschaft mit der Branschutzerziehung. Anfängliche Erfahrungen sammelte er seinerzeit bei der Feuerwehr im norddeutschen Harislee, wo man schon einige Erfahrung gesammelt und Konzepte entwickelt hatte.
Koordinator Michael Bals zum Arbeitskreis im Radio58-Gespräch (hier hören).
Nicht nur um die Entwicklung und Weiterführung entsprechender Konzepte geht es in dem Arbeitskreis. Vielmehr hilft man sich auch mit der Ausrüstung gegenseitig aus; auch das will koordiniert sein. Dazu müssen zur Verfügung stehende finanzielle Mittel sinnvoll geplant werden um eine breite Öffentlichkeit zu erreichen, wie z. B. durch Druckschriften.
Am Samstagnachmittag ging es im "HaTüWe" neben einem Rückblick der einzelnen Vertreter aus ihrer Arbeit auch um neue Themen, die sich aus der Erfahrung aufgetan haben. Welche Möglichkeiten haben Schwerhörige, einen Notruf abzusetzen? Wo erhalten sie die notwendigen Hilfsmittel? Welche Möglichkeiten müssen geschaffen werden, um nicht deutschsprachigen Migranten die optimale Möglichkeit zu geben, einen Notruf zu melden? Nur zwei von vielen Themen, die am in dieser Tagung mit vielen interessanten Ideen der Fachleute angegangen wurden. Wobei es keineswegs trocken, sodern durchaus kollegial und humorvoll zuging.
Eine willkommene Gelegenheit für die Gäste hier in Hagen aber auch, das moderne Feuerwehrgerätehaus in Hagen-Haspe kennenzulernen, in das ein eigener Raum für die Brandschutzerziehung eingeplant wurde.
Hagens Leitender Branddirektor Horst Wisotzki zur Brandschutzerziehung in Hagen im Radio58-Gespräch (hier hören).
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10.03.2011
Adventskalenderaktion 2010 des Lions-Hilfswerk des Lions-Club Hagen-Mark mit gutem Ergebnis
(Radio58 / HL.) Der Reinerlös der Adventskalenderaktion 2011 des Lions-Club Hagen-Mark von ca. 22.000 Euro wurde zu je einem Drittel auf die geförderten Projekte aufgeteilt. An diesem Donnerstag konnten die symboloschen Schecks an die in diesem Jahr geförderten Projekte übergeben werden.
Bereits im fünften Jahr besteht die hilfreiche Aktion, mit der mittlerweile unterschiedliche Projekt mit insgesamt über 100.000,-- Euro unterstützt werden konnten. Dabei freuen sich die Lions-Club-Mitglieder, dass die Adventskalender-Aktion mittlerweile schon zum "Selbstläufer" geworden ist. Dies sei ein Zeichen, dass das Projekt eine breite Öffentlichkeit erreicht und erfährt. Daher denkt man derzeit schon nach, in diesem Jahr evtl. die Auflage zu erhöhen.
In diesem Jahr besonders erfreulich: Die Druckkosten wurden durch einen Sponsor übernommen. Hierdurch konnten in diesem Jahr 10 % mehr an Spenden ausgeschüttet werden.
Der Lions-Club Hagen-Mark dankte den Spendern und Sponsoren, die diesen Erfolg ermöglicht haben. Ohne die Unterstützung der vielen Einzelhändler, die auch dazu beigetragen haben, dass alle 4.000 Kalender verkauft werden konnten, wäre dieser Erfolg nicht zu zustande gekommen, so die Vertreter des Lions-Clubs und des Lions-Hilfswerks. Mit dem Geld werden benachteiligte Kinder und Jugendliche im sozialen und kulturellen Bereich unterstützt.
Vorab Johann Dieckmann, Pressereferent des Lions-Club Hagen-Mark dazu im Radio58-Gespräch (hier hören)
Gefördert werden diesmal:
Die Mutter-Kind Wohngruppe der Jugendhilfe Selbecke
Träger der Einrichtung ist die Jungendhilfe Selbecke
Mit den Mitteln aus der Adventskalender Aktion wird die frühkindliche Entwicklung der Kinder durch besondere Maßnahmen gefördert, die nicht über die Regelsätze finanziert werden können. Gerade alleinerziehende Mütter haben zum Teil große Probleme u.a. wegen ihrer eigenen psychischen Probleme, ihre Kinder zu versorgen und zu fördern. Um hier den jungen Müttern zu helfen, wurde die Mutter-Kind Gruppe eingerichtet. So können durch die Förderung, Kindern und Müttern z. B. die Teilhabe am kulturellen Leben ermöglicht werden. Es können spezielle Kurse z.B. Sprachkurse für Kinder und Mütter oder gemeinsame Freizeiten finanziert werden. Birgit Demmrich-Sapok erklärte bei der Spendenübergabe, dass gerade die Frühförderung der Kinder und die Bildung der jungen Mütter eine hohe Priorität habe, für die viel Geld notwendig sei. Zudem sei man derzeit im Begriff eine sogenannte "Milchküche" für die Zubereitung von Nahrung durch die jungen Mütter einzurichten. Situativ "beherbergt" die Einrichtung 9 junge Mütter.
Die Kindertafel Hohenlimburg /Berchum
Träger der Einrichtung ist die Kindertafel Hohenlimburg e.V
Der Verein "Kindertafel Hohenlimburg" sammelt im Unterschied zu ähnlichen Projekten keine überschüssigen Lebensmittel, um sie dann in einer Art Armenspeisung zu verteilen. Vielmehr sollen Kinder, die aus Haushalten mit geringem Einkommen stammen, gleichberechtigt an der regulären Mittagsverpflegung in Kindertagesstätten und Ganztagsschulen teilnehmen können. Zwar bezuschusst das Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Programms "Kein Kind ohne warme Mahlzeit" bereits alle Familien, die von Sozialhilfe oder Hartz IV leben. Doch auch jenseits des angewiesen Seins auf staatliche Transferleistungen gibt es Eltern, die sich die rund 3 Euro, die das tägliche Essen in der Mittagsbetreuung kostet, nicht leisten können. Ihre Kinder drohen somit aus der Tischgemeinschaft mit Freundinnen und Freunden ausgeschlossen zu werden. Der eingetragene Verein "Kindertafel Hohenlimburg", dem Kindertagesstätten, Grund- und Förderschulen, soziale Organisationen sowie die örtlichen Kirchengemeinden angehören, will pro Schuljahr einen fünfstelligen Betrag einsetzen, um diesen dann auf Antrag an die verschiedenen Einrichtungen zu verteilen. Dr. Thorsten Jacobi (als Vertreter des Projekts) erklärte, dass der Radius der Unterstützung zukünftig erweitert weden soll. So werde man die Weiterführenden Schulen mit in das Konzept einbeziehen. Derzeit werde bereits die Hauptschule in Hohenlimburg unterstützt, aber auch bei den städtischen Kindergärten im Einzugsbereich des Vereins bestehe entsprechender Bedarf. Damit werde dann auch das Vereinsziel erreicht. Bereits derzeit derzeit befinden sich 120 Kinder in der Förderung durch den Verein. Rund 30.000 Euro muß der Verein jährlich für seine Arbeit aufbringen. Ein Viertel dieser Kosten werden durch die aktuelle Spende abgedeckt.
Dr. Thorsten Jacobi im Radio58-Gespräch hier hören
Der Hilfsfond der Kinderschutzambulanz
Träger der Einrichtung ist das Diakonische Werk Ennepe/Ruhr Hagen gGmbH
Eine Vielzahl von Kindern in Hagen ist anhaltend körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt innerhalb und außerhalb der Familie ausgesetzt. Als zentrales Anliegen der Kinderschutzambulanz steht das Recht der betroffenen Kinder/Jugendlichen auf ein gewaltfreies Leben. Aus Loyalität und Angst schweigen betroffene Kinder häufig über einen langen Zeitraum und bilden im Alltag, im Kindergarten, Schule etc. zunächst diffuse Symptome aus, die Signale und Hinweise auf die beschriebenen Probleme sind. Im Rahmen einer differenzierten Diagnostik in der Kinderschutzambulanz soll mit einem hohen Maß an Achtsamkeit für das Wohl des Kindes, ein unterstützendes Netzwerk gebildet werden. Hierbei ist zu beachten, dass weder ein schneller Eingriff in die Lebenswelt des Kindes noch ein zu langes Abwarten, möglicherweise auf Kosten des Kindes, hilfreich ist. Da in Hagen, bedingt durch die Haushaltslage der Stadt nur fallbezogen auf Antrag, die Kosten für die Behandlung in einen vorgegebenen Stundenrahmen und Stundensatz vom Jugendamt getragen werden, ist eine Arbeit im Vorfeld, bei ersten Anzeigen kaum möglich. Durch den Hilfsfonds soll den Mitarbeitern der Kinderschutzambulanz die Möglichkeit eröffnet werden, den betroffenen Kinder und Jugendlichen frühzeitig konkret helfen zu können. Die Kinderschutzambulanz kooperiert eng mit dem Allgemeinen Krankenhaus. Die Altersgruppe der Kinder, die bei der Kinderschutzambulanz angemeldet werden, liegt zwischen 6 und 12 Jahre. Heide Alscher, die das Projekt bei der Spendenübergabe vertrat, gab einen entsprechend eindrucksvollen Überblick über die Arbeit der Kinderschutzambulanz, die vor ca. einem Jahr entstanden ist. Die Arbeit richtet sich an Kinder, die sexuellen Übergriffen bzw. Gewalt in der Familie ausgesetzt sind oder waren bzw. deren Eltern. Ohne derartige Spenden sei diese Arbeit nicht möglich, da bekanntlich die Stadt die finanziellen Dinge nicht abdecken kann, so Heide Alscher.
Notwendige Kinder- und Jugendförderung trotz Sparmaßnahmen erhalten
Der Präsident des Lions-Club Hagen-Mark, Herr Dr. Nikolaus Grünherz, betonte, dass mit der Adventskalenderaktion den benachteiligten Kinder und Jugendlichen geholfen wird und es soll deutlich gemacht werden, dass sie gerade in diesen schwierigen Zeiten der sozialen und kulturellen Förderung bedürfen. Der Anteil der hilfebedürftigen Familien und Alleinerziehender an der Gesamtbevölkerung nimmt immer mehr zu. Dies kann jedoch nicht von privater Seite alleine geleistet werden. Es bedarf der notwendigen Bildungs- und kulturellen Infrastruktur durch die Stadt Hagen. Trotz aller notwendigen Sparmaßnahmen besteht die Verpflichtung, dass Kinder und Jugendlichen, gerade in einer Stadt mit dem höchsten Migrationsanteil in NRW, die notwendige Förderung erhalten.
Durch die vorgeschlagenen Sparmaßnahmen bestehe die Gefahr, dass Kinder und Jugendliche benachteiligt werden und das Gebot der "Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse" missachtet werden. Dies würde zur Folge haben, dass gerade junge Menschen und Familien die Stadt verlassen und wegziehen. Bei der Umsetzung der Sparmaßnahmen, besonders im Bildungs- und Kulturbereich- werde die Zukunft der Stadt verspielt. Nur durch Bildung und die Möglichkeit der kulturellen Teilhabe ließen sich die Wertvorstellungen unserer Gesellschaft vermitteln, so der Lions-Club Hagen Mark.
Deshalb sei die Stadt verpflichtet, die notwendige Infrastruktur zu finanzieren. Ohne funktionierende Kindergärten, Schulen und Kultureinrichtungen, wie die Musikschule, die Bücherei, die Museen und das Theater mit dem Lutz, dem Ballett und dem Philharmonischen Orchester werde diese Vermittlung scheitern, sind sich die Mitglieder des Lions-Clubs sicher.
Copyright Radio58 / Hans Leicher.
15.12.2010
Hunderte Lichter für ein lebenswertes Hagen vor dem Rathaus an der Volme
(Hans Leicher.) Sie war friedlich, aber keineswegs still: die Kundgebung des Bündnis "Aufstehen für Hagen" die am Mittwoch um 16:30 Uhr vor dem Hagener Theater mit einem bunten und - für viele Menschen - einprägsamen Programm begann.
Für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine kleine bewundernswerte, mit Lob bedachte aber auch mit einigen scherzhaften Bemerkungen bedachte Geste: Hagens Oberbürgermeister Jörg Dehm persönlich war - zumindest zum Beginn der Veranstaltung - anwesend. "Sie wollen doch wohl nicht gegen ihr eigenes Sparkonzept demonstrieren", ein Satz der nach mehrmaliger Wiederholung seinen Witz gegenüber dem Ersten Bürger der Stadt verlor. Sicherlich war er nicht deshalb persönlich bei der Kundgebung erklärt der OB im Radio58-Interview, aber dennoch zeigte er damit Interesse und einen Teil des eigenen Verständisses gegenüber den protestierenden Bürgerinnen und Bürgern. Sicherlich habe er Verständnis dafür, dass es unterschiedliche Interessen und unterschiedliche Meinungen gebe, erklärt Jörg Dehm im Interview. Zudem fände er es gut, dass die Bürgerinnen und Bürger sich für ihre Stadt stark machen. Auf die Frage, mit welcher Prognose er auf die so wichtige Ratsitzung an diesem Donnerstag und mit der damit verbundenen Verabschiedung des Hagener Haushalts-Sicherungs-Konzepts (HSK) sehe, antwortet der OB nicht mit der regimentführenden und Alternativen ausschließenden Konsequenzantwort zumindest einiger seiner Amtvorgänger: Er hoffe, dass zumindest viele wichtige Punkte an diesem Donnerstag ihren Beschluss finden würden und - so sinngemäß - das Paket nicht zu sehr verzettelt würde.
Manche Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kundgebung an diesem Mittwoch und so die Vertreterinnen und Vertreter des Bündnisses "Aufstehen für Hagen" hätten sich gerne auch die Anwesenheit des OB bei den von hochkarätigen und kompetenten, weitestgehend neutralen, Referentinnen und Referenten unterstützten drei "Alternativen Bürgerversammlungen" des Bündnisses im Hagener Kegel-Kassino gewünscht. Die hinsichtlich der vielen Prognosen, Erfahrungsberichte und fundierten Widerlegungen gegen die Sinnhaftigkeit und der positiven Wirksamkeit des derzeitig vor dem Beschluss stehenden "HSK" warnten. Jörg Dehm hätte mit seiner Präsenz und vielleicht der einen oder anderen Stellungnahme zu den Inhalten der jeweiligen "Alternativen Bürgerversammlungen" von einigen Menschen unerwartete Pluspunkte sammeln können. Die Gründe, warum er diesen fern blieb obliegen aber seinen eigenen Entscheidungen.
Für die Organisatorinnen und Organisatoren kann die Kundgebung an diesem Mittwoch jedoch, von aussen und für Hagener Verhältnisse betrachtet, nur als Erfolg gewertet werden. Nach Einschätzung der Polizei waren es rund 1.000 Menschen, die sich zwischen 16:30 Uhr und 17:00 Uhr auf dem Theatervorplatz versammelten, während hier nach einer kurzen Begrüßung den DGB-Kreisvorsitzenden Jochen Marquardt die Hagener Formation "Sinnflut" die Zeit auf die weiteren Akts verkürzte.
Sicherlich hätten sich die Organisatoren noch mehr Teilnehmer gewünscht. Ob die frostigen Verhältnisse an diesem Mittwoch bei ca. -3 Grad einige Menschen abgeschreckt hatten, darüber kann nur orakelt werden.
Meinung einer Teilnehmerin hier hören.
Tausend Menschen die in kürzester Zeit mit den Songs der Band regelrecht mitzogen, selbst als es zum Ende des Gigs einen Ton- und Lichtausfall gab - es wurde weiter gesungen und die Jungs auf dem geliehenen LKW-Auflieger einer Hagener Fahrschule hätten sich noch weiter in Hagener Herzen rocken können, wenn nicht ein straffes Programm anstand: der Weihnachtsmann, der die Adventszeit zu einigen besinnlichen und warnenden Versen nutzte. Dann Till Eulenspiegel (alias Werner Hahn) der in gewohnt tief eindringender dramaturgischer Leistung den Politikern und Bürgern der Stadt einiges einprägte, Dinge offenlegte, so manches zu bedeken gab, von denen viele gerne noch mehr gehört hätten (Ankündigung von Ex-Theaterintendant Peter Pietsch: "Wir verraten noch nicht, wer sich dahinter verbirgt, aber es ist ein Mensch den ihr liebt..."). Kinder aus den Hagener KiTas brachten mit ihren Erzieherinnen einen nicht unerheblichen Gesangsbeitrag mit einer langen Kette aus gebastelten und beschrifteten Sternen und zum Abschluss eine beeindruckende Feuerjonglage die den Beifall des Publikums nicht suchen musste und zumindest den Teilnehmenden in den vorderen Reihen bei den Minusgraden etwas an Wärme verschaffte. Ein - für Hagen - beeindruckendes Programm mit einem Publikum, das sich gerne beeindrucken ließ und selbst durch die Vielzahl der teilnhemenden Menschen jeden Alters beeindruckte.
Die Discounter und Ein-Euro-Shops profitierten nicht zuletzt von der Veranstaltung, hatten die Organisatoren doch dazu aufgerufen, rote, windfeste Kerzen mit zu bringen. "Was ist hier denn heute los", fragt uns den Filialleiterin eines Discounters in der Fußgängzone. Der Umsatz an Grablichtern sprang an diesem Mittwoch in die Höhe; und das nach dem Totensonntag. Die, die Grablichter, sammelten sich dann am Mittwochabend zur Abschlußkundgebung vor dem Hagener Rathaus an der Volme auf einem viele Meter langen Tuch, das mit dem Wort "Zukunft" beschriftet war. Zuvor war es noch der Banner am Anfang einer schier endlos scheinenden Menschkette, angeführt (neben der Polizei, die sogar störende Werbeschilder auf der Hagener Fußgängerzone beiseite räumte) vom Weihnachtsmann. Über die Elberfelder Straße, Mittelstraße und die Rathausstraße ging es schließlich zum Rathaus an der Volme. Ratsmitglieder waren jedoch hier nicht anzutreffen. Die befanden sich mittlerweile in einem ökumenischen Gottesdienst, bekamen jedoch dann später noch Besuch von den teilnehmenden Kindern. Ein eigens angemieteter Bus brachte die Hagener Kids zur Kirche, damit der Nachwuchs der Stadt den Ratsmitgliedern die Sterne und ihre Forderungen überbringen konnten.
Zum Abschluss stand ein Lichtermeer vor dem Hagener Rathaus. Es soll den Hagener Ratsmitgliedern vor der wichtigen Ratsitzung an diesem Donnerstag einige Lichter aufgehen lassen und sie zum Nachdenken über ihre Entscheidungen für die Zukunft der Stadt anregen. Bis zum Nachmittag werden einige Lichter verblasst sein. Nicht verblasst sein wird bestimmt lange die Erinnerung der Menschen die an dieser Kundgebung teilgenommen haben. Auch nicht den jüngsten Hagener Bürgern.
Meinung eines jungen Teilnehmers hier hören.
Nicht verblassen werden nach Auskunft des DGB-Kreisvorsitzenden Jochen Marquardt aber auch die Aktivitäten des Bündnisses "Aufstehen für Hagen" und der Widerstand der Hagener Bürgerinnen und Bürger gegen die Entscheidungen des Hagener Rats, die nach Auffassung der Hagener Bürger nicht tragbar sind.
Der DGB-Kreisvorsitzende Jochen Marquardt im Radio58-Gespräch.
Jürgen Breuer vom Kulturzentrum Pelmke im Radio58-Gespräch.
Bilder hier.